Die Geschichte der Schule

Es ist nicht bekannt, wann genau im Kirchenspiel Flintbek die ersten Schulen eingerichtet wurden. Der Geist der Aufklärung trug dazu bei, dass man im Jahre 1733 einen allgemeinen Schulzwang für alle Kinder ab sieben Jahren einführte. Die Weiterentwicklung und Förderung des Schulwesens hing in dieser Zeit immer auch von dem jeweiligen Schulmeister persönlich ab, wie der sich einsetzte und neue Ideen durchsetzte. Einen wesentlichen Anteil an der Schulentwicklung im Flintbeker Raum hatte der von 1785 bis 1787 als Organist und Lehrer angestellte Calus Rixen. Er war einer der ersten Absolventen des 1780 gegründeten Schullehrerseminars in Kiel, das dazu beitragen sollte, den Bildungsstand unter den Dorfschullehrern zu heben. Dass es bei der damaligen Lehrerschaft einen Bildungsnotstand gab, hing mit der sehr schlechten Bezahlung zusammen, jeder Lehrer musste neben seiner schulischen Tätigkeit noch einen Nebenerwerb betreiben, um überleben zu können. In den Kirchdörfern, zu denen auch Flintbek gehörte, war die Situation der Schulmeister etwas besser, weil diese meist auch Küsterdienste oder Organistendienste leisteten.

Im 19. Jahrhundert wurde das Schulwesen dann auf eine einheitliche Basis gestellt.

  • Die Schulpflicht erstreckte sich vom 7. Lebensjahr an bis zur Konfirmation.
  • Lehrer erhielten feste Einnahmen.
  • Die Kosten für die Schule wurden unter den Dorfbewohnern aufgeteilt.

1814 wurdedann die „Allgemeine Schulordnung“ erlassen, die in ganz Schleswig-Holstein Gültigkeit hatte und auch genaue Vorschriften für die Lehrinhalte enthielt. In dieser Schulordnung für ganz Schleswig-Holstein wurden folgende Unterrichtsgegenstände festgelegt:

  • Unterricht im Lesen
  • Unterricht im Schönschreiben
  • Anleitung zum Rechtschreiben
  • Übung im Kopf- und schriftlichen Rechnen
  • Verstandes- und Gedächtnisübungen
  • Naturlehre, vaterländische Geschichte und Geographie
  • Religionslehre und Religionsgeschichte
  • Übung im Singen der Kirchenmelodien
  • Obstbaumzucht und Gartenbau

Die Folge dieser allgemeinen Schulordnung war, dass in den Dörfern nach und nach Schulgebäude errichtet wurden.

So erhielten Groß- und Kleinflintbek im Jahre 1830 und Voorde im Jahre 1832 eine neue Schule mit Lehrerwohnung. Diese Schulen waren einklassig, d. h. alle Jahrgänge wurden in einem Klassenraum unterrichtet.

Infolge des Bevölkerungswachstums wurde es immer schwieriger, in der einklassigen Schule zu unterrichten, da die Schülerzahlen bis auf 120 und mehr Kinder anstiegen. Am 2. Oktober 1872 wurde in Großflintbek ein Schulneubau mit zwei Schulstuben und Lehrerwohnung eingeweiht, die zweite Klasse wurde von Hilfslehrern Fräulein Lafrenz bzw. Fräulein Hamann (Präparanden) unterrichtet.

Die Lehrinhalte zu dieser Zeit wurden wegen der immer noch bestehenden engen Verbindung von Schule und Kirche weitgehend von der Kirche bestimmt. Luthers Bibelübersetzung und sein kleiner Katechismus spielten eine große Rolle. Abschreiben von Bibelsprüchen und deren Auswendiglernen machten einen großen Teil des Unterrichts aus.

Eine große Umwälzung trat nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg ein: die Trennung von Staat und Kirche. Die Schulen wurden zu staatlichen Einrichtungen, die Kirche hatte keinen Einfluss mehr. Damit entfiel auch die Verbindung zwischen Lehramt und Organistenamt. Im Jahre 1928 trat mit Carl Jacobsen der erste Lehrer in Flintbek sein Amt an, der nicht auch gleichzeitig Organist war.

Da während des Ersten Weltkrieges die Geburtenrate erheblich zurückging, bemühte man sich in den zwanziger Jahren um eine Zusammenlegung der Schulen von Voorde und Großflintbek. Dies war jedoch zunächst nicht durchzusetzen. Erst in den dreißiger Jahren, als die Zusammenlegung der politischen Gemeinden Groß- , Kleinflintbek und Voorde zur GemeindeFlintbek in Aussicht war, wurden die Voorder und die Flintbeker Schule zusammengelegt.  Die Kleinflintbeker Schule blieb weiterhin selbständig.

Zwischen den Weltkriegen waren auch die Schulfächer umgestellt, so dass nun folgendes unterrichtet wurde:

  • Religion
  • Rechnen und Raumlehre
  • Schreiben
  • Deutsch
  • Heimatkunde
  • Singen
  • Lesen
  • Zeichnen
  • Turnen

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl schulpflichtiger Kinder in Flintbek auf fast 1000 Kinder (Flüchtlinge und Vertriebene). Sie wurden in Baracken, die am Buttenschönsredder aufgestellt waren, unterrichtet. Sie waren nur sehr unzulänglich beheizt, auf Zweier-Bänken mussten drei bis vier Schüler sitzen.

Diese Zustände waren natürlich unhaltbar und mussten so schnell wie möglich beseitigt werden. So wurde 1950 ein neues Schulgebäude für die Grund- und Hauptschule und den Aufbauzug (spätere Mittel- oder Realschule) geplant. Der erste Bauabschnitt wurde 1952 eingeweiht. Da die Schülerzahl durch Umsiedlung wieder abgenommen hatte, konnte nun endlich ein geregelter Unterrichtsbetrieb aufgenommen werden.

In den 60-er Jahren führte eine neue Schulpolitik, auch bedingt durch akuten Lehrermangel, zur Bildung von Dörfergemeinschaftsschulen. Die noch bestehenden ein- und zweiklassigen Dorfschulen wurden aufgelöst, die Flintbeker Schule entwickelte sich zum Schulzentrum für Böhnhusen, Techelsdorf, Rumohr und Schönhorst. Die „Zwergenschule“ in Kleinflintbek wurde erst 1972 aufgelöst. Mit dieser Entwicklung entstand auch ein neues Problem: die Beförderung der Schüler. Schulbusse mussten eingesetzt werden.

Die Schülerzahlen stiegen durch Neubaugebiete und Zuzug von außen. Es wurde wieder eng in der Flintbeker Schule. 1971 wurde mit der Erweiterung der Flintbeker Schule begonnen, die Hauptschule wurde erweitert und die Realschule bekam ihre neuen Räumlichkeiten.

Den vorläufigen Abschluss der Erweiterung bildeten dann die Aufstellung von drei Klassen in Leichtbauwiese (Papp-Klassen genannt) sowie die Errichtung der großen Turnhalle 1976 (später Eiderhalle).

Somit konnte das Flintbeker Schulzentrum eine zentrale Funktion für die umliegenden Dörfer ausüben.

Im Jahre 2001 beschloss die Gemeindevertretung die Schule aufgrund steigender Schülerzahlen zu erweitern. In einem ersten Bauabschnitt wurde zwischen der großen Turnhalle und dem Realschulgebäude am Hang ein zweigeschossiges Gebäude errichtet. In einem weiteren Bauabschnitt wurden die Papp-Klassen durch ein neues zweigeschossiges Gebäude mit sechs Räumen 2002 ersetzt.

Im Jahre 2006 wurde dann der Schule der Namen „Schule am Eiderwald“ gegeben. Dieser Vorschlag stammt aus den Reihen der Schülerschaft und des Lehrerkollegiums. Schüler entwarfen das Logo und es wurde abgestimmt. Der Entwurf von Tim Wilke gewann.